Die Verarbeitungsformen von Holz sind ausgesprochen vielgestaltig, denn für die vielen verschiedenen Verwendungszwecke muss das Holz entsprechend vorbereitet werden. Einigen Produkten sieht man gar nicht an, dass sie Holz enthalten, wie das z.B. bei Papier der Fall ist. An diesem Beispiel kann man erkennen, dass Holz durchaus nicht immer in der ursprünglichen Form belassen wird.
Der Beginn der Holznutzung, das Fällen von Bäumen, ist im Unterkapitel Holzernte anhand vieler Abbildungen erklärt. Den weiteren Weg des Holzes und Varianten der Verarbeitung wollen wir uns hier einmal genauer anschauen:
Holzgas und Holzgeist:
Wird Holz unter Luftabschluss auf 300 - 800 °C erhitzt, so entsteht ein brennbrares Gas, das Holzgas. Es besteht zum größten Teil aus Kohlenstoffdioxid und Kohlenstoffmonoxid und zu kleineren Teilen aus Methan, Ethylen und Wasserstoff. Dieses Gas wird nicht mehr zum Heizen verwendet, da der Heizwert bei weitem nicht so hoch ist, wie der von Stadtgas. Als Treibstoff für Autos und LKW lässt sich Holzgas ebenfalls nutzen.
Neben dem Holzgas entsteht bei dem Vorgang der trockenen Destillation auch eine Flüssigkeit, die Holzgeist genannt wird und organische Verbindungen wie Methanol, Aceton und einige org. Säuren enthält. Früher wurde dieses Verfahren zur Methanolgewinnung genutzt.
Papierherstellung:
Papier ist wohl eines der wichtigsten Produkte, die aus Holz gewonnen werden. Die Produktion von Papier hat eine lange Geschichte und wurde nach und nach modernisiert. Der Herstellungsprozess besteht aus mehreren Schritten, angefangen von der Zerlegung und Zerspanung der Stämme, über die Gewinnung von Cellulose und die Weiterverarbeitung der Fasern. Den ganzen Weg der Papierherstellung hier zu beschreiben würde zu weit führen. Unter folgenden Links ist die Papierherstellung genauer erläutert:
Wikipedia
Papierfrabrik Hamburger-Spremberg
Brennholz:
Das Heizen mit Holz gewinnt zunehmend an Bedeutung. Nicht nur weil es gemütlich ist, vor einem Kamin oder Kachelofen zu sitzen, sondern auch wegen der ökonomischen und ökologischen Vorteile. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, das bedeutet, wenn die Abholzungsrate richtig bestimmt wird und das Wachstum nicht beeinträchtigt wird, geht der Rohstof nie aus. Fossile Brennstoffe wie Erdöl oder Erdgas werden einmal knapp werden. Daher steigen auch die Preise für fossile Brennstoffe schneller als die für Holz. Im Fall von Holzpellets ist die Freisetzung von CO2 in etwa gleich der CO2 Aufnahme des Baumes, man spricht von einem neutralen Verhältnis. Holzpellets sind kleine Holzstücke, die 6-8 mm dick und 5-45 mm lang sind und in speziellen Anlagen produziert werden. Dabei wird Restholz (Späne, Sägemehl usw.) unter hohem Druck gepresst.
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Holzbrennstoffe: von links nach rechts: Grillbrikett, Rindenbrikett, Hackschnitzel, Holzpellets |
Bau- und Gebrauchsholz:
Eine große Menge der gefällten Baumstämme wird in ein Sägewerk weitertransportiert und dort wird das Holz verarbeitet, um Balken, Bretter, Furniere usw. zu erhalten.
Wenn das Holz nicht zerlegt und neu zusammengesetzt wird spricht man von Vollholz. Zunächst lässt sich zwischen Baurundholz und Schnittholz unterscheiden. Baurundholz besteht einfach aus entrindeten und entasteten Stammabschnitten. Dieses Holz herzustellen ist sehr einfach und preiswert. Verwendet wird es z.B für Pfosten.
Schnittholz lässt sich je nach Maß in folgende Kategorien einteilen:
Latte: Sie ist höchsten 4 cm dick und nicht breiter als 8 cm |
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Brett: Es ist höchstens 4 cm dick aber breiter als 8 cm |
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Bohle: Die Bohle ist mindestens 4 cm dick und 12 cm breit |
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Kantholz, Balken: Die Breite beträgt mindestens 4 cm und die Höhe liegt zwischen 4 und 12 cm |
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Für Schnittholz gibt es darüber hinaus Sortierklassen. Man unterscheidet zwischen geringer Tragfähigkeit, üblicher Tragfähigkeit und überdurchschnittlicher Tragfähigkeit.
Neben dem Vollholz gibt es auch Brettschichtholz, das aus mehrern Lagen verleimter Bretter besteht. Vorteile sind größere Beständigkeit gegenüber Feuchtigkeit und der Aufbau, da Äste und Risse ausgespart werden können.
Sperrholz:
Sperrholz wird hergestellt, indem dünne Holzlagen übereinander geleimt werden, wobei die Faserrichtung zwischen zwei Brettern gekreuzt ist. Sperrholzplatten werden aus Furnieren oder Leisten zusammengesetzt.
Spanplatten:
Zur Herstellung von Spanplatten werden Holzabfälle, Sägemehl und auch Altpapier verwendet. Unter Zugabe von Bindemitteln wie Kunstharz oder Gips werden die Späne zu Platten gepresst. Spanplatten sind sehr preiswert und werden als Blindholz verwendet. Das bedeutet, dass z.B. zur Möbelproduktion auf Spanplatten Furniere aufgeleimt werden, um das Möbelstück ansprechend aussehen zu lassen.
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Im Sägewerk werden Späne gesammelt, die zur Spanplattenproduktion verwendet werden |
Furniere:
Unter Furnieren versteht man dünne Holzblätter, die zwischen 0.05 und 8 mm dick sind. Sie werden aus Baumstämmen geschält und können über 5 m lang sein. Da Furniere so dünn sind, können aus einenm Baumstamm große Mengen gewonnen werden. Aus Furnieren können wiederum Platten hergestellt werden, indem man sie verleimt. Häufig werden sie jedoch in der Möbelproduktion verwendet. Sie werden auf Span- oder Sperrholzplatten geleimt und das Möbelstück erhält die typische Optik, obwohl es nicht aus massivem Holz besteht. Weitere Verwendungsmöglichkeiten sind Verkleidungen und Holzböden.
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